Kuwis in der Praxis 2010
Kuwis in der Praxis: mit Kuwi-AbsolventInnen über berufliche Werdegänge plaudern
Ein Bericht von Lima Gawor
Ob wir viele Studierende motivieren konnten in der Klausuren-Phase für einen freiwilligen Vortrag an einem Donnerstag Abend extra in den Hörsaal zu kommen?
Eine Viertelstunde vor Veranstaltungsbeginn füllt lediglich der Duft von frisch gekochtem Kaffee den Hörsaal 3 und wir beginnen uns zu fragen, ob all die Planungen vielleicht vergebens waren. Die Technik ist angeschlossen, jedoch sehen alle Plätze noch gespenstisch verlassen aus. Gerade hat unser Kontaktmann vom Lüneburger Bahnhof angerufen und mitgeteilt, dass keiner der ReferentenInnen aus dem angekündigten Metronom gestiegen ist. Die Zweifel werden noch größer: Hat nun die Grippewelle die vier TeilnehmerInnen unserer Podiumsdiskussion überrollt?
Doch schon im nächsten Moment füllt sich der Hörsaal mit StudentenInnen und auch die eingeladen Gäste aus Literatur, Musik, Public Relations und der Marktforschung betreten die Räumlichkeiten ihrer ehemaligen Universität. Wie es eigentlich von Kuwi-AbsolventenInnen nicht anders zu erwarten gewesen wäre haben sie natürlich in Eigenregie den Weg vom Bahnhof zum Campus bezwungen und sind bereit die Meute von etwa 250 Leuten mit Informationen über die Arbeitsweise von KulturwissenschaftlerInnen zu versorgen. Um ein breites Spektrum an Studienschwerpunkten und Interessen abzudecken haben wir folgende ReferentenInnen eingeladen:
Marktforschung:
Andreas Bode von der Bulwien Gesa AG, einer der größten Marktforschungsunternehmen
Norddeutschlands, führt mit einer kleinen Powerpoint Präsentation zunächst in seine Unternehmensstruktur ein und ermutigt die Studierenden sich auch in Mittelständischen Unternehmen zu bewerben. Auf eine Rückfrage hin erzählt er von seinem abwechslungsreichen Arbeitsalltag im Bereich Marktforschung, wo er häufig direkt beim Kunden oder vor Ort sein muss und daraufhin seine Kalkulationen und Empfehlungen erstellt.
Im Anschluss daran wird es für Interessierte aus dem Bereich PR besonders spannend.
Public Relations, Fundraising: Bettina Trabandt als Leiterin fürs Fundraising der Bürgerstiftung Hamburg erzählt erfrischend von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in dieser Nische und von all den interessanten Persönlichkeiten mit denen sie als Fundraiserin zusammen arbeitet. Sie leitet über in den kreativen Bereich mit der Empfehlung eine Position zu finden, die einem wirklich Spass macht und in der man seine Fähigkeiten zeigen kann. Diese haben nicht immer viel mit den Studieninhalten zu tun.
Musik, Kunst:
Jean Rehders vom Dockville Festival zieht die Zuhörer in seinen Bann,
indem er auf bodenständige Art und Weise aus dem Nähkästchen seines Festivalteams plaudert und auf viele Publikumsfragen eingeht zum Thema Line-up, Festivalinterna oder einem Einstieg in die Festivalorganisation durch ein Praktikum. Er betont den Vorteil, bereits Erfahrungen mit der Organisation des studentischen Lunatic Festivals sammeln zu können (findet auf dem Unicampus auf der Mensawiese vom 10.6.-11.6.2011 statt) und rät allen Studierenden in Initiativen, Asta Referaten und Fachgruppen frühzeitig aktiv zu werden.
Literatur, Medien:
Kerstin Fischer vom Literaturbüro Lüneburg e.V. rundet die Reihe der ReferentenInnen ab
und berichtet von den unzähligen Projekten, die sie fast komplett in Eigenregie in der Region Lüneburg umsetzt und dass ihr hierbei natürlich das Organisationstalent ihres Kuwistudiums zu Gute kommt. Auf eine Publikumsfrage hin unterstreicht sie auch die Bedeutung von Auslandserfahrungen und interdisziplinären Projekten.
Nach einer Vielzahl von interessanten Fragen steht die Begeisterung über diese unterschiedlichen Lebenswege von KulturwissenschaftlerInnen dem Publikum noch ins Gesicht geschrieben, als während des abschliessenden Applauses der Weihnachtsmann zu einem anschliessenden Umtrunk bei der Kuwiweihnachtsfeier im Asta Wohnzimmer einlädt und ihm viele Zuhörer gern folgen.
Eine rundherum gelungene Veranstaltung für die es sich sehr wohl gelohnt hat ein wenig Freizeit zu opfern!
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